Heureka – es wird wieder gewerkelt am Bau. Elektro- und Sanitärrohinstallation. Na, mal schauen, wie lange der fast schon unverhoffte Schwung trägt …

Seit dreieinhalb Monaten – seit Anfang Februar also – steht der Rohbau, ist das Dach geschlossen und das Winter-/Frühjahrswetter so, wie es sich kein Bauherr besser malen könnte; produktiv passiert ist jedoch seither: so gut wie nix. Die Fenster wurden eingebaut und einige Gipsdielenwände eingezogen. Ansonsten: still ruht der See. Und unser Bau – alle bislang genannten “Fristen” und “Zieltermine” sind längst Makulatur; aktuelle Aussagen hierzu bekommen wir trotz wiederholter Nachfrage nicht. Und wir zahlen fleißig Miete. Als Bauherr nennt man dies: „verbranntes Kapital“. Und warum? Gute Frage.

Ein Hausbau mit der Massives Bauen GmbH. Ab heute mit Rechtsbeistand. Aus gegebenem Anlass.

Ein Bauvorhaben stellt für den privaten Bauherren in der Regel ein Once-in-a-lifetime-Projekt dar, für welches er nicht selten die Früchte seines gesamten eigenen Arbeitslebens in die Hand nehmen und zuweilen bis an eine finanzielle Schmerzgrenze gehen muss, um sich den „Traum vom Eigenheim“ zu ermöglichen. Entsprechend wichtig ist es, auf eine nachhaltige wirtschaftliche Solidität des Vertragspartners vertrauen zu können.

Naheliegend, dass im Umkehrschluss Bauträger und -betreuer fleißig mit diesem Argument werben – auch die Massives Bauen GmbH tut dies öffentlich auf Ihrer Website (Stand: 15.03.14): „Nicht zuletzt sind unsere Bilanzen […] hervorragend.“

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bietet mit dem Bundesanzeiger (http://www.bundesanzeiger.de/) eine Plattform, über die sich der Endverbraucher von der Validität der einschlägigen Werbeaussagen überzeugen kann, in dem er sich dort u. a. die Jahresabschlüsse grundsätzlich in Frage kommender Vertragspartner anzeigen lassen kann – einfach den gewünschten Unternehmensnamen (und ggf. zusätzlich den Ort des Firmensitzes) in das entsprechende Suchfeld eingeben. Et voilà.

Zur Interpretation der Kennzahlen eines Jahresabschlusses finden Nicht-Betriebswirte im Netz zahlreiche leicht verständliche Seiten – Google hilft.

Ein halbes Jahr nach Vertragsunterschrift legt die Massives Bauen GmbH heute zum ersten Mal überhaupt im weitesten Sinne eine Art “Projektplan” (genannt “Fristenliste”) vor, der von einer Hausübergabe am 28. Mai ausgeht. 2014, versteht sich. Angesichts des aktuellen Stands des Rohbaus und der Wetterprognosen sollte dies aus unserer Sicht doch wohl problemlos zu schaffen sein – sind ja immerhin noch viereinhalb Monate hin …

Mit der Ablehnung der Eingabeplanung flattert uns im September erwartungsgemäß auch ein Gebührenbescheid ins Haus – über immerhin einen mittleren zweistelligen Eurobetrag. „Geben Sie her, das übernehmen wir“, zeigt sich der Geschäftsführer der Massives Bauen GmbH – wir finden, angesichts der Sachlage durchaus auch erwartbar – generös.

Am 16.11.13 erhalten wir eine erste Mahnung der Stadt Nürnberg – der Betrag ist offensichtlich noch nicht überwiesen. Wir erinnern unseren Auftragnehmer per Mail an die sua sponte geäußerte Bereitschaft, die Gebühren zu übernehmen – und bitten um Erledigung. Keine Reaktion.

Gestern nun – peinlich genug – die zweite Mahnung der Stadt Nürnberg; noch immer ist dort das Geld nicht eingegangen. Noch einmal erinnern wir die Massives Bauen GmbH, ohne eine Reaktion zu erhalten – und weisen den Betrag schließlich selbst an.

Die Massives Bauen GmbH lässt aus dem im Betreff genannten/zitierten Grund phasenweise den Baufortschritt kontrollieren. Heute also die Prüfung nach Fertigstellung des Kellers. Die Flügel der Kellerfenster sind noch nicht eingebaut, die Fugen zwischen den Betonelementen der Kellerdecke sind reichlich uneinheitlich ausgeführt. Na ja. Die Prüfung scheint zügig abgeschlossen, als der interessierte Bauherr aus gegebenem Anlass das Thema „Dass da ja nichts übersehen wird“ noch einmal aufbringt: Wo hat sich eigentlich die Anschlussfahne des Fundamenterders versteckt? Gute Frage. Nochmaliger Rundgang durch den Keller. Und tatsächlich: die fehlt. Und nicht nur die, sondern der komplette Fundamenterder. Schlichtweg vergessen. Rohbauer und Bauleiter überbieten sich in Superlativen: in 20 Jahren nicht passiert, in 30 Jahren nicht passiert. Dummerweise bei uns jedoch: passiert. Und nun? Muss rund um das Haus wieder aufgegraben und ersatzweise ein Ringerder verlegt und durch die bislang wunderbar heile Betonwand geführt werden.

Kaum ist die Baugrube ausgehoben und – allerdings erst auf unsere explizite Forderung hin – mit einem Bauzaun gesichert, hängt an selbigem auch schon ein großflächiges Werbebanner: „Auch hier entsteht schon wieder ein Haus voller Ideen!“ steht dort zu lesen. Ja, in der Tat. Um der Wahrheit die Ehre zu geben sollte man jedoch ggf. noch ergänzen, dass es ein Haus der Ideen der Bauherrenschaft ist, das dort entsteht :-)

13-11-16 Ein Haus voller Ideen - MB

 

So haben wir die Fa. Massives Bauen GmbH bereits zu Beginn unserer Geschäftsbeziehung mit detaillierten Anforderungen und auf diesen aufbauend sogar den initialen Plänen des zu errichtenden Hauses versorgt, welche im Laufe der Erstellung der Eingabeplanung nur noch marginal angepasst werden mussten. Im Kontext der Werkplanung haben wir dem Architekten dann zudem von der Breite einzelner Mauerbacken bis hin zur Lage und Größe von Fenstern, Türen und Zwischenwänden alle Angaben zentimergenau in den Block diktiert.

Und so hoffen wir, dass die Massives Bauen GmbH unsere Ideen auch vereinbarungsgemäß umsetzt und im Laufe des Bauvorhabens noch ein paar eigene beisteuert: „Da wird Sie Ihr Bauleiter noch umfassend beraten und mit einer Menge Hinweisen und Empfehlungen versorgen – dafür haben Sie ihn ja“. Heißt es.

Warum wir dieses oberflächlich betrachtet banale Thema in einem Anflug vermeintlicher Kleinkariertheit an dieser Stelle überhaupt diskutieren, wird sich im weiteren Verlauf des Bauvorhabens noch zeigen …

Das Ausheben der Baugrube beginnt. Wir hatten den Bauleiter der Massives Bauen GmbH gebeten, uns hierüber rechtzeitig zu informieren, da unser kleiner Sohn unbedingt sehen wollte, wie die Bagger anrollen und ihre Arbeit beginnen. Die zugesagte Information bleibt leider aus, so dass wir – als wir nachmittags eher zufällig am Grundstück vorbeikommen – lediglich noch die fast schon fertig ausgehobene Grube bewundern dürfen. Sohnemann ist traurig. Und wir schauen auf den Kalender: im Vergleich zu unserem ursprünglichen Plan liegen wir mittlerweile fast acht Wochen (= zwei Monatsmieten) zurück.

Aber vielleicht haben wir ja zumindest Glück mit dem Wetter und der Rohbau kann noch vor dem Winter geschlossen werden und entsprechend dann der Innenausbau beginnen – dann wäre das Frühjahr/der Frühsommer ja trotz allem ein realistisches Ziel für den Einzug …

13-11-12 Erster Spatenstich ohne Publikum

Die von der Massives Bauen GmbH annoncierten drei Wochen sind dicke `rum, Handwerker jedoch noch nicht in Sicht. Jedenfalls keine operativ tätigen. Dafür immerhin ein erstes Treffen mit dem von Massives Bauen beauftragten Rohbauer, dem von diesem praktischerweise gleich mitgebrachten Tiefbauer für die Erdarbeiten (offensichtlich ein Buddy aus dem gleichen Ort an der A9) und dem Bauleiter der Massives Bauen GmbH, den wir an diesem Tag kennenlernen. Wobei „kennenlernen“ ein wenig hochgegriffen ist – dazu sind die Textbeiträge des Herrn zu spärlich. Stattdessen führt im Wesentlichen der Rohbauer das Wort; nach eigenem Bekunden ebenfalls Architekt und von Massives Bauen wörtlich als “Premium-Rohbauer” angekündigt. Und allem Anschein nach zudem ein echtes Verkaufstalent: außer der Jacques-Brel-Gesamtausgabe und dem „Quick Chef“ von Tupperware wird uns gefühlt alles Denkbare rund um das Thema Rohbau angeboten: anderer Stein, dickere Dämmung, höherer Keller und sogar eine alternative Lüftungsanlage. Wir entscheiden uns für die Option „höherer Keller“.

An dieser Stelle interveniert die Massives Bauen GmbH – eine etwaige Beauftragung dieser Option habe über sie zu erfolgen. Also gut. Wir hatten uns dies ohnehin schon einmal von Massives Bauen anbieten lassen; von diesem besagten Angebot beauftragen wir nun exakt zwei Drittel der Leistung (konkret eine Erhöhung um 24 cm statt ursprünglich zur Rede stehender 36 cm), zahlen dafür jedoch nicht die zu vermutenden zwei Drittel des ursprünglichen Angebotspreises sondern satte 87 Prozent desselben …

Nur eines von zwischenzeitlich etlichen unterhaltsamen Beispielen zum Thema “Wertschöpfung am Bau”, auf die wir im weiteren Verlauf in loser Folge eingehen werden.

Im zweiten Anlauf dann endlich grünes Licht. Nochmals Dank an die Stadt Nürnberg für die zügige Bearbeitung der erneut eingereichten, überarbeiteten Eingabeplanung. Dann kann’s ja jetzt endlich losgehen. Und nach Möglichkeit bitte zügig – immerhin liegen wir schon einen Monat hinter Plan, was sich für uns so ganz nebenbei auch in einer zusätzlichen Monatsmiete niederschlägt …

Unsere Schätzung in Sachen Bearbeitungszeit für die Eingabeplanung wurde von der Stadt Nürnberg sogar unterboten. Schon nach knapp vier Wochen liegt der Bescheid vor. Prima, gute Arbeit. Nicht ganz so prima: er ist negativ. Bedeutet: eine Eingabeplanung kann also tatsächlich dergestalt sein, dass sie im Freistellungsverfahren abgelehnt wird. Überraschend. Zumindest für uns.

Was sagt eigentlich der Kalender dazu? Oh, Freitag, der 13. … Ein schlechtes Omen für den weiteren Bau? Nein, nein, wir sind nicht abergläubisch. Ganz bestimmt nicht. Überhaupt gar nicht. Na ja, vielleicht ein klitzekleines Bisschen …

Am 01. August 2013 sind wir eigens mit Kind und Kegel nach Bamberg gefahren, um dort im Büro der Massives Bauen GmbH die Eingabeplanung zu unterschreiben. Erklärter Wille beider Vertragsparteien (Massives Bauen spricht von einem „gemeinsamen Interesse“ – „Je eher wir unser Geld verdienen desto besser“): schnellstmöglich möchte man die Baufreigabe erwirken, schnellstmöglich sollen die Arbeiten beginnen. Ist ja noch früh im Jahr – grobe Kalkulation unsererseits also: Eingabeplanung geht per Post am 01. August auf den Weg zur Stadt Nürnberg. Bearbeitungszeit ca. vier Wochen; passieren sollte eigentlich nix, läuft ja im Freistellungsverfahren. Ende August könnte man also mit der Freigabe rechnen. Dann braucht die Massives Bauen GmbH nach eigener Aussage „rund drei Wochen“ um ihre Handwerker in Stellung zu bringen. Und dann kann’s auch schon losgehen. Also grob gerechnet irgendwann um den 20. September. Dann sollte es doch eigentlich kein Problem werden, den Rohbau noch vor dem Winter „dicht“ zu kriegen. Soweit zur Theorie.

Auf dem Rückweg aus Bamberg, noch im Auto, gleich mal einen kurzen Check gemacht – einfache Kopfrechenübungen ergeben auch für Laien, dass die Eingabeplanung etliche Rechenfehler enthält. Na, sollte zwar nicht, aber kann ja mal passieren. Also noch von unterwegs angerufen, Massives Bauen auf die Fehler hingewiesen und noch einmal mit Nachdruck erbeten, die Fehler schnellstmöglich auszubessern und die Unterlagen trotzdem noch am selben Tag auf den Weg zu bringen.

Der Eingangsstempel der Stadt Nürnberg für unsere Eingabeplanung wird vom 19. August 2013 datieren.

Wir stellen hiermit explizit fest, dass wir mit unserem Blog keine wie auch immer geartete Beratung von Interessenten der „Massives Bauen GmbH“ anbieten und durchführen. Wir schildern mit den Beiträgen dieses Blogs einzig und allein belegbare Sachverhalte, die sich im Kontext unseres Bauvorhabens ergeben und die wir ggf. für uns aus unserer subjektiven Sicht werten. Eine wie auch immer geartete Interpretation der Darstellungen bleibt dem jeweiligen Rezipienten vorbehalten.

Im Lichte unseres gestern geäußerten Wunsches bzgl. einer professionellen und hoffentlich für uns als zahlende Kunden entspannten und schiedlich-friedlichen Abwicklung unseres Bauvorhabens werfen wir noch einmal einen vertieften Blick auf die Website der Massives Bauen GmbH – wenn die dieser zu entnehmenden Beschreibungen der eigenen Philosophie, Herangehensweise sowie des Kunden- und Leistungsverständnisses auch nur ansatzweise in die Realität umgesetzt werden, sollten wir der anstehenden Bauzeit ja doch wohl sehr zuversichtlich entgegensehen dürfen; zu lesen steht dort (Stand: 18.07.13) u. a. …

  • „Seriosität, Zuverlässigkeit und Kompetenz sind der Preis für Vertrauen und Akzeptanz bei den Kunden und den ausführenden Firmen.“
  • „Verpflichtung dem Laien den Traum von den eigenen vier Wänden stilsicher, solide, modern und möglichst preiswert zu realisieren“
  • „Entscheidend für Erfolg ist das Verständnis einer kooperativen Zusammenarbeit mit den Kunden und den am Bau beteiligten Firmen. Dies ist Firmenphilosophie.
  • „elementare Bedeutung einer umfassenden Baubetreuung und Kontrolle. Nur so wird Schaden vermieden!“
  • „Am Bau arbeiten Menschen; deswegen läuft auch mal etwas nicht ganz rund. Wir informieren Sie schnell über alles, was wir dagegen unternehmen. Dass da ja nichts übersehen wird“
  • „Wir könnten vor jedem unserer Häuser „Haus des Monats“ schreiben, denn wir kalkulieren jedes Projekt so knapp wie möglich.“
  • „Jedes Angebot ist immer direkt auf das Bauvorhaben zugeschnitten und kennt keine teueren ‚Sonderwünsche‘.“
  • „es soll nicht am falschen Platz gespart werden.“
  • „Baubegleitung, Bauleitung, Finanzierung: Bestandteile eines Full Services“
  • „Wir blicken über den Tellerrand hinaus und beraten universell umfassend.“
  • „Unsere Handwerksfirmen kommen aus der Region. Darunter verstehen wir nicht „Europäisches Ausland“. Selbstverständlich ist eine dauerhafte Vertragsbindung Voraussetzung einen vernünftigen, sicheren Preis zu vereinbaren.“
  • „Terminsicherheit mit garantierter Bauzeit.“
  • „Dadurch erreichen wir jetzt immer den förderbaren Effizienz 70 Standard der KfW.-Bank.“
  • „Wer sich an den Bebauungsplan zu 100% hält, kann in Bayern bei der Baugenehmigung mit einem so genannten Freistellungsverfahren rechnen“
  • „So entsteht Ihr Haus stets Stein auf Stein. Erstellt von erfahrenen Bauleitern in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten, kompetenten, ortsnahen Handwerkern. Sub-Sub-Lösungen lehnen wir ab. Massives Bauen setzt auf bewährte, langfristige Partnerschaften“
  • „Nicht zuletzt sind unsere Bilanzen und unsere Schufa hervorragend.“
  • „Die wichtigste Werbung ist der zufriedene Kunde.“

Wow. Das klingt unter objektiven Maßstäben ja alles geradezu phantastisch. Will aber auch heißen: die Latte liegt hoch. Aber wer sie derart hoch legt hat sicher auch das Selbstbewusstsein, sich an diesen Vorgaben messen zu lassen. Zumal die Massives Bauen GmbH auf ihrer Website befindet: „Das Internet […] ist eine vernünftige Basis sich einem breiten interessierten Publikum an zu dienen.“

Also nutzen wir dasselbe, um im weiteren Verlauf unseres Bauvorhabens mit der Massives Bauen GmbH von Zeit zu Zeit eine Bestandsaufnahme zu machen, inwieweit unser gestern geäußerter Wunsch in Erfüllung geht; vor dem Hintergrund der oben zitierten Aussagen erscheint es legitim, als Kunde doch so Einiges zu erhoffen.

Heute also Unterzeichnung des Vertrags über die „Errichtung eines Massivhauses“ mit der Massives Bauen GmbH. Hätte man sich nach den Akquisebemühungen des Vertragspartners im Vorfeld ggf. etwas erhebender vorgestellt – ist schließlich mutmaßlich der i.d.R. wertvollste und folgenreichste Vertrag, den man als Privatperson in seinem Leben abschließen kann. Also gut, die Hochzeit mal ausgenommen.

Jedenfalls: kein Sektchen, kein Blumenstrauß, wie man es mittlerweile sogar aus Anlass des Erwerbs eines Kompaktklasse-Neuwagens gewohnt ist; stattdessen lediglich noch mal ein zügiger Drüberflug über den Vertrag und dann – `rauf mit dem Servus. Na denn …

Das (notgedrungen selbst finanzierte) Schaumweinchen französischer Provenienz gönnen wir uns hernach freilich trotzdem. Auf einen hoffentlich guten, reibungslosen und harmonischen Ablauf des Bauvorhabens – das haben wir dem Vertriebler extra nochmals mit auf den Weg gegeben: wir sind einzig an einer professionellen und hoffentlich für uns entspannten und schiedlich-friedlichen Abwicklung des Projekts interessiert und werden alles uns Mögliche dazu beitragen; bitte, bitte, bitte also keine Zwistigkeiten und Dramen, wie sie als latente Drohgebärde für den Häuslebauer in spe fast schon allabendlich an den bunten VOX- und RTL-II-Fernsehhimmel gemalt werden – wir möchten jetzt erst mal Kind 2 hoffentlich gesund zur Welt bringen und dann mit diesem und Kind 1 in einem halben oder vielleicht auch erst einem dreiviertel Jahr in unser dann hoffentlich fertiges und gerne auch schmuckes Eigenheim einziehen.

Wir hoffen, die Massives Bauen GmbH trägt wie versprochen ihren Teil dazu bei, dass dieser bescheidene Wunsch in Erfüllung geht. Wie schreiben das Unternehmen doch so schön auf seiner Website: „Wir sind uns trotz aller Routine bewusst, dass das Bauen einen Lebensabschnitt beginnen lässt und große Erwartungen an unsere Leistung gesetzt wird – unabhängig von Äußerlichkeiten. Das leisten wir und es erfüllt uns mit Stolz.“ Na dann.

Die Entscheidung ist so gut wie gefallen. Am Ende des Tages wird es wohl eher nicht auf einen der üblichen Verdächtigen der Metropolregion Nürnberg hinauslaufen, sondern voraussichtlich eher auf ein kleineres, regional ansässiges Unternehmen:

Massives Bauen GmbH

Die Massives Bauen GmbH versteht sich als „Baubetreuer“, hat ihren Firmensitz in Herzogenaurach und unterhält ein Verkaufsbüro in Bamberg. „Baubetreuer“ heißt: der Bauherr als Auftraggeber liefert das Grundstück, das Unternehmen als Auftragnehmer plant, koordiniert und wickelt das Bauvorhaben als Generalübernehmer ab, wobei regionale Handwerksbetriebe als Subunternehmer für die operative Umsetzung eingesetzt werden.

In unserem Falle wird der Auftragnehmer die o. g. Planungsleistung in lediglich homöopathischem Umfang erbringen müssen, da wir zwischenzeitlich bereits sehr konkrete Vorstellungen/Anforderungen für unser Bauprojekt und diese auch schon graphisch zu Papier gebracht haben. Letztlich geht es also um eher marginale Verfeinerungen und insbesondere darum, die Pläne statisch absichern zu lassen, sie – zum Zwecke der Eingabe- und Werkplanung – in eine professionelle Notation zu überführen und sie – im Sinne einer anschaulicheren Entscheidungsgrundlage für die letztliche Freigabe – visualisieren zu lassen.

Die beiden letztgenannten Punkte werden – so wird es uns kommuniziert – im Zuge der Akquisephase direkt durch den Vertriebler der Massives Bauen GmbH umgesetzt; der Geschäftsführer – und in Personalunion Architekt – des Unternehmens bleibt in diesem Zusammenhang weitgehend im Hintergrund, zeichnet jedoch mit Stempel und Unterschrift die auf Basis unserer Initialpläne und Anforderungen erstellten Entwürfe ab. Der Vertriebler – ein junger Wirtschaftsingenieur, der sich offensichtlich seine ersten Sporen verdient – agiert freundlich und beflissen und bemüht sich um eine jeweils zeitnahe Beantwortung unserer Fragen sowie um die Kalkulation möglicher Angebotsalternativen.

Zu den aus unserer Sicht ausschlaggebenden Überlegungen für die Beauftragung eines Generalübernehmers: mit einem Festpreis für den Hausbau hat man zumindest eine einigermaßen solide Kalkulationsgrundlage (respektive meint man diese zu haben …) und – angesichts der eigenen, zeitlich nur sehr knapp bemessenen Ressourcen und der gegebenen familiären Situation fast ebenso wichtig – der Bauträger/-betreuer übernimmt als “Kümmerer” die Feinplanung, die Akquise, Einplanung, Koordination und Steuerung der Handwerker und garantiert vermeintlich – im Sinne eines vernünftigen Projektmanagements – einen weitestgehend reibungslosen und ressourcenschonenden Ablauf des Gesamtvorhabens. Den Bauherren sollte in diesem Szenario eigentlich „lediglich“ die Rolle eines Zulieferers von Informationen bzw. Anforderungen sowie die eines fallweisen Entscheiders zukommen – freilich jeweils fachlich, sachlich und mit allen entscheidungsrelevanten Informationen durch den Bauträger/-betreuer unterstützt und transparent sowie mit ausreichenden Einscheidungs- bzw. Handlungsfristen in den Ablauf eingebunden. Soweit zumindest zur Theorie.

Inwieweit sich diese unsere Ideen, Vorstellungen und Hoffnungen in der Realität bewähren und insbesondere inwieweit unsere Entscheidung für die Massives Bauen GmbH eine gute war, wird die Zukunft zeigen. Wir hoffen das Beste – viel mehr werden wir ab Vertragsunterschrift nicht tun können.

Wir stellen fest: einen geeigneten Partner für ein Bauvorhaben zu finden ist keine wirklich leichte Aufgabe. Nicht, dass es kein Angebot gäbe. Das Gegenteil ist der Fall. Baubetreuer und Bauträger tummeln sich regional wie überregional wie der sprichwörtliche Sand am Meer – und alle werben in Superlativen von ihren Erfahrungen, ihren hochwertigen wie stilvollen Hausentwürfen, ihrem effizienten Vorgehen, dem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis und der Sicherheit für den Kunden. You name it.

Natürlich sind all‘ diese Punkte für den Bauherrn in spe wichtig; insbesondere der letztgenannte – schließlich will man sein sauer verdientes Geld gut angelegt wissen und für die Früchte des eigenen Arbeitslebens eine seriöse Gegenleistung erhalten. Und etwaigen Worst-case-Szenarien weiträumig aus dem Weg gehen – bloß nicht auf ein Pferd setzen, das zwischendurch schlapp macht. Aber bitte: ein Unternehmen der Baubranche im Kontext der aktuellen Konjunkturlage, des vielzitierten und auch allenthalben beobachtbaren Baubooms, an die Wand fahren – das scheint kaum zu schaffen und mithin die Gefahr überschaubar. Denkt man.

Dies ist allerdings: ein typischer Fall von „denkste“. Es geht. Und zwar häufiger als der unbedarfte Laie meinen mag. Allein zwei Unternehmen, mit denen wir im Frühjahr 2013 näher verhandeln, werden noch im Laufe des Jahres 2014 Konkurs anmelden. Erstaunlich. Und noch vieles mehr geht „am Bau“, wie wir schnell lernen werden. Eines allerdings geht offensichtlich leider eher selten: wirkliche Kundenorientierung bzw. auch nur das bloße Bemühen um eine solche. Es ist zum Teil mehr als ernüchternd, was man als Bauherr in spe in dieser Branche so alles erlebt, um nicht zu sagen: über sich ergehen lassen muss. Eines scheint auf jeden Fall bald klar: es wird – leider – wohl weniger auf eine tatsächlich bewusste und überzeugte Wahl für ein Unternehmen hinauslaufen als vielmehr auf eine Entscheidung nach dem Ausschlussprinzip.

Zu den High- (oder sollte man besser sagen: Low-) lights unserer Erfahrungen in diesen Wochen bei Gelegenheit noch ein paar Takte mehr.

Die Suche hat ein Ende. Vier Jahre lang haben wir den überaus kargen Grundstücksmarkt in der Metropolregion Nürnberg beackert; von Vach bis Diepersdorf, von Kalchreuth bis Schwabach, von Lauf bis Zirndorf – was haben wir uns nicht alles angeschaut. Zu klein, zu laut, zu eng bebaut, zu dies, zu das, zu jenes und nicht selten im Preis-Leistungs-Verhältnis zu teuer – irgendwas war immer.

Jetzt endlich also Land in Sicht – ein Angebot für ein Grundstück in Nürnberg liegt uns vor. Zwar auch nicht wirklich groß, aber zumindest in einer ordentlichen Lage und in einem Neubaugebiet, was für unsere Kiddies einen Haufen potenzieller SpielkameradInnen verspricht – Bauherren- und Familienherz, was willst Du mehr.

Wir schlagen also zu und intensivieren per sofort die ohnehin schon nebenläufig betriebene Suche nach einem geeigneten Partner für unser Bauvorhaben.