Kehraus 2014. Ein Jahr neigt sich dem Ende entgegen, das wir am liebsten so schnell wie irgend möglich aus unserer Erinnerung streichen würden. Es steht aus mancherlei, allesamt eher negativen Gründen allerdings leider zu befürchten, dass dies so leicht nicht gelingen wird.

Vor Jahresfrist waren wir – wiewohl durch etliche einschlägige Erlebnisse der ersten Monate bereits deutlich ernüchtert – noch hoffnungsfroh, unseren „Traum vom Eigenheim“ noch in angemessener Zeit zu einem guten Abschluss bringen zu können. Zwischenzeitlich stehen wir am Vorabend des 19. Kalendermonats unseres Vertrags über die „Errichtung eines Massivhauses“ mit der Massives Bauen GmbH und des 16. Kalendermonats mehr oder minder ausgeprägter Bautätigkeit.

Zeit also für eine etwas eingehendere und ausführlichere Bestandsaufnahme und Bewertung der zurückliegenden eineinhalb Jahre sowie insbesondere der aktuellen Situation; in diesem Kontext wird sicherlich auch das auf der Website der Massives Bauen GmbH (Stand: 31.12.14) veröffentlichte Werbeversprechen „Terminsicherheit mit garantierter Bauzeit“ intensiver zu beleuchten sein.

Zu alldem in Kürze mehr an dieser Stelle. Einstweilen: Frohes Neues. Es kann ja nur besser werden. Hoffentlich.

Ein Provisorium ist ein Provisorium ist ein Provisorium. Nach Fertigstellung des Rohbaus Ende Januar 2014 dauerte es bis zum ersten Wasserschaden im Juni, ehe die Dachterrasse endlich mit einem ersten Provisorium versehen wurde. Dass diese Abdichtung tatsächlich nur ein Provisorium war, zeigte bereits weiter eindringendes Wasser ab Juli, spätestens dann jedoch der zweite massive Wasserschaden Ende Oktober, dem wiederum mit einem neuerlichen Provisorium begegnet wurde.

Auch dieses Provisorium wartet nun schon wieder fast zwei Monate darauf, in eine endgültige (dann hoffentlich wirklich dichte) Lösung überführt zu werden. Dass dem Not tut, lässt sich auch für einen Laien beim Anblick der Fassade unterhalb der Dachterrasse unschwer erkennen:

14-12-21 Die Waende werden wieder nasser

 

Den Sachverständigen wundert dies nicht, denn er weist erneut darauf hin, dass die Dichtungsmaßnahmen – wenn auch provisorisch – mangelhaft seien; dies stelle keine neue Erkenntnis dar und würde den Zustand des Baukörpers nicht besser werden lassen. Entsprechend müsse die Situation dauerhaft abgestellt werden.

Klingt plausibel. Entsprechend fordern wir Massives Bauen zum sprichwörtlich x-ten Mal auf, endlich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um eine dauerhafte Abdichtung der Dachterrasse herzustellen und weitergehenden Schaden vom Baukörper abzuwenden. Bedauerlicherweise geht die Massives Bauen GmbH auf unser Ansinnen nicht ein, stellt uns aber immerhin anheim: „Es bleibt Ihnen aber überlassen, die Ziegelfassade zu schützen sofern Sie das wünschen.“

Na dann: Frohe Weihnachten.

(Wenig) Unterhaltsamer Nachklapp zum Thema „Fliesenlegearbeiten“. Hier ist aus dem „Fertig“-Status des 10. Dezember leider immer noch kein fertigerer Fertig-Status geworden. Jedoch kommt uns beim Betrachten des aktuellen Zustands eine Mail des Fliesenlegers an den Bauleiter seines Auftraggebers, der Massives Bauen GmbH, bzgl. des Schutzes der bereits verlegten Bodenfliesen in den Sinn: „Bitte achten Sie peinlichst genau, und instruieren Sie bitte die Folgehandwerker, dass die Böden gegen jegliche Verunreinigung zu schützen sind. Die Bodenfliesen in den Bädern und im Flur sind extrem empfindlich da diese eine dunkle Brandfarbe und Fugenfarbe haben.“

Schauen wir doch mal, inwieweit dieser leidenschaftliche Appell gefruchtet hat:

14-12-23 Dreckige Fliesen 1

14-12-23 Dreckige Fliesen 2

Wow. Da kannste mal sehen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Unser direktes Nachbargrundstück wird seit Anfang November (2014, wohlgemerkt) nun auch bebaut. Es entsteht dort nach Sichtbefund ein Haus etwa gleicher Größe wie das unsrige, zudem auch gleicher Bauart, ähnlichen Baustils und gleicher Dachform auf einem exakt gleich großen Grundstück.

Ausführendes Unternehmen ist ein Wettbewerber der Massives Bauen GmbH aus dem Landkreis Bayreuth. Aktueller Bautenstand zum heutigen Tag: Rohbau inkl. Unterkellerung, gedecktes Dach und alle Fenster eingebaut. Und dies nach gerade einmal 7,5 Wochen Bauzeit. Ein durchaus beeindruckendes Zwischenergebnis als Spiegel einer offensichtlich professionellen Planung und Abwicklung des Vorhabens; eine Einschätzung, die sich sogar für jeden Interessenten überprüfen lässt: der Bauleiter des Unternehmens hat – uns stehen fast die Tränen in den Augen – öffentlich sichtbar auf der Außenseite der Bautür einen sog. „Bauzeitenplan“ angebracht, dem die zeitliche Einplanung (Beginn und Dauer) jedes einzelnen Gewerks des Bauvorhabens sowie der avisierte Übergabetermin des Hauses zu entnehmen sind. Das sieht doch tatsächlich mal nach richtigem Projektmanagement aus.

Wir freuen uns mit unseren neuen Nachbarn und denken leicht wehmütig neun Monate zurück: seinerzeit waren wir mit unserem Bauvorhaben beim gleichen Bautenstand angekommen – allerdings nach damals bereits 4,5 Monaten Bauzeit … Eine als solche deklarierte, sog. „Fristenliste“ mit vagen Terminen für bestimmte Arbeiten und einem avisierten Hausübergabetermin (Juni 2014 (!)) haben wir von unserem Auftragnehmer, der Massives Bauen GmbH, zuletzt Mitte März 2014 erhalten – seither bitten und betteln wir vergeblich um zumindest halbwegs belastbare Aussagen zum weiteren Bauablauf und einem einigermaßen realistischen Fertigstellungstermin …

Die Fliesenlegearbeiten seien fertiggestellt, lesen wir. Nun haben wir im Laufe unseres mittlerweile rund eineinhalb Jahre währenden Bauvorhabens  zweifellos so einiges gelernt. Unter anderem, dass am Bau (zumindest auf unserem) bei Aussagen, die das Adjektiv „fertig“ enthalten, das gute alte Bivalenzprinzip nicht wirklich zu greifen scheint – auch wenn man das landläufig vielleicht meinen mag: entweder ist etwas fertig – oder eben nicht. Dachten jedenfalls auch wir – zumindest bis zum Sommer 2013.

Das „fertig“ in Sachen Fliesenlegearbeiten sieht ganz anschaulich jedenfalls so aus:

14-12-10 Sehen so fertige Fliesen aus

Kleine Reflexion zum Thema „Schlechtwetter“. Trotz der vermeintlich unwirtlichen Wetterverhältnisse der vergangenen Tage wird – soweit wir das beurteilen können – auf allen Baustellen im Umkreis unseres Bauvorhabens (und dies sind nicht wenige) derzeit sogar offensichtlich problemlos und fleißig draußen (!) gearbeitet.

Potzblitz. Nur die Harten kommen in den Garten. Und ins Haus …

Die Trockner laufen und laufen und laufen. Und geben ihr Bestes, um die Schäden durch den erneuten Wassereinbruch aus dem Oktober einzudämmen. Ein sich in diesem Zusammenhang zwangsläufig ergebender Kollateralnutzen: es wird warm im Haus. Zumal nun endlich, endlich auch die Heizungsanlage angeschlossen ist – wenn auch leider nur provisorisch über Baustrom –, um zumindest niedertourig dabei zu helfen, die Nässe aus den Wänden und unter dem Estrich zu vertreiben.

Während wir also wieder einmal (und ebenso wieder einmal vergeblich) auf den Fortgang der Arbeiten warten, schauen wir einfach mal auf unser mitgebrachtes Thermometer und lesen dort eine muckelig warme Innentemperatur von 17,9 C ab. Was könnte man da nicht alles machen: zum Beispiel hätte seit Wochen und Monaten bereits – völlig unabhängig von irgendwelchen Wasserschäden – die Elektrofertiginstallation erfolgen und bei dieser Gelegenheit auch die Heizung regulär angeschlossen werden können, damit diese durch den Hersteller abgenommen und für den regulären Betrieb freigegeben werden kann – eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne Aktivierung ihrer eigentlichen, leidlich effizienten Funktionsweise ausschließlich über Baustrom betreiben zu müssen ist nämlich ein wirtschaftlicher Super-GAU. Zudem fragen wir uns (und rein interessehalber auch immer mal wieder unseren Auftragnehmer), warum nicht längst Innenputzer und Maler ihre Arbeiten zumindest in den aus Sicht der Wasserschäden unkritischen Bereichen aufgenommen/abgeschlossen haben.

Und während wir also gemeinsam mit unserem wohlig warmen Bau so vor uns hin warten, flattert uns heute ein Brief der Massives Bauen GmbH ins Haus, in dem man uns „der guten Ordnung halber“ mitteilt, dass die „Baustelle unter den jetzigen Wetterverhältnissen nicht kontinuierlich fortgeführt wird (Schlechtwetter)“.

Funny.