Nun hätten wir es also auch schriftlich. Unser Haus ist an vielen Stellen innen wie außen großflächig „patschnass“. Sagt wörtlich der mittlerweile 10. (in Worten: zehnte) Bericht unseres öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Sachgebiet “Schäden an Gebäuden”, der die Gegebenheiten während eines Ortstermins vom gestrigen Tag dokumentiert. Vieles, was in diesem zu lesen steht, hält sich hartnäckig seit dem ersten Bericht Anfang Juni – will heißen: seit nunmehr fast fünf Monaten. So z. B. die Themen „Fehlende/funktionslose Mauerkronenabdeckung“ oder „Undichter Türschwellenanschluss“. Ein echter Dauerbrenner auch die Frage nach der Schlagregendichtheit der Fensteranschlüsse, da Wasser „langzeitig schädigend“ in das Bauwerk ein- bzw. dieses durchdringt – bis in den Innenbereich. Thematisiert wird zudem die sehr kreative Entwässerung der Dachterrasse in die Außenwände.

Der „patschnasse“ Zustand lässt sich im Übrigen mit Hilfe einer Trendmessung auch objektivieren. Von trockenen Wänden würde man in diesem Zusammenhang bei einem Messergebnis in der Größenordnung von ca. 25 bis 40 Digits (Maßeinheit) sprechen; unsere Wände werden mit bis zu 135 (außen) bzw. 150 Digits (innen) gemessen …

In der Konsequenz folgert der Sachverständige, dass an einen weiteren Innenausbau – insbesondere feuchteempfindlicher Bauteile – derzeitig nicht zu denken ist und dass bereits eingebaute feuchteempfindliche Bauteile wie Gipskartonplatten oder Gipsdielenwände schon jetzt geschädigt werden. Leider scheint auch unsere vage Erinnerung an die physikalischen Gesetzmäßigkeiten nicht zu trügen: wenn weiterhin Wasser in den Baukörper eindringt, ist demnächst mit Frostschäden zu rechnen. Vor diesem Hintergrund nimmt es kaum Wunder, dass der Außenputz wohl erst sinnvoll aufgebracht werden kann, wenn ausreichend und gleichmäßig trockene Verhältnisse im Mauerwerk herrschen – vermutlich also erst im Frühjahr 2015. Hallelujah.

Die im Juni aufgebrachte „Notabdichtung“ der Dachterrasse wie auch die der Mauerkrone der Brüstung der Dachterrasse waren offensichtlich mehr „Not“ als „Abdichtung“. Entsprechend hatten wir schon im Juli wieder einen ersten Wasserfleck im Obergeschoss (Ausdehnung ca. 2 Meter), im September dann einen weiteren etwa gleicher Ausdehnung im Erdgeschoss; weitere Wassereintritte/Flecken auf allen drei Ebenen folgten.

Wir haben uns angesichts dieser ganz offensichtlich immer prekärer werdenden Situation sprichwörtlich den Mund fusselig geredet und die Finger wundgeschrieben, dass endlich etwas gegen das permanent in den Baukörper eindringende und denselben schädigende Wasser unternommen und die „Notabdichtung“ in eine fachgerecht ausgeführte reguläre Abdichtung überführt werden solle – jeweils unterstützt durch die entsprechenden Aufforderungen unseres Sachverständigen. Passiert ist: nichts. Noch am 24. September erhielten wir eine E-Mail, in der konstatiert wurde: “Wir wissen nicht, wann die endgültige Abdichtung erfolgt”. Diese Aussage lassen wir jetzt einfach mal so stehen.

Jedenfalls: Gestern, am 27. Oktober 2014, ist nun endlich eine Firma vor Ort gewesen, die zunächst die „Notabdichtung“ ausbessert und zumindest ein etwas ordentlicheres Provisorium herstellt, auf das wir nun seit Fertigstellung des Rohbaus Anfang Februar geschlagene neun Monate lang warten mussten. Allerdings wurden bei dieser Gelegenheit große Teile des Wassers, die wieder einmal auf der Dachterrasse standen, nicht etwa vom Gebäude weg, sondern – man mag es kaum glauben – frei in die Außenwände entwässert … Unfassbar. Es ist schlicht und einfach deprimierend.

Aktueller und vor dem skizzierten Hintergrund kaum überraschender Status: wir haben mittlerweile an 16 (in Worten: sechzehn) Stellen, verteilt über alle drei Ebenen des Hauses, Wasser im Baukörper: der Innenputz ist an mehreren Stellen großflächig nass, das Wasser läuft unter (!) dem Estrich entlang und tropft durch die Lampenauslässe in das jeweils darunter liegende Stockwerk, rinnt am Kamin sowie außen an innenliegenden Entwässerungsrohren hinunter, bildet Pfützen auf dem Estrich usw. Beste Voraussetzungen also, die eigentlich längst überfälligen Gewerke wie Außenputz, Malerarbeiten oder Parkettverlegung erneut zurückzustellen; die über Wochen herrschenden “perfekten Bedingungen” hätten sich damit also erledigt – schlimmer noch: ins Gegenteil verkehrt. Für Situationen wie diese sind wohl Redewendungen à la „So unnötig wie ein Kropf“ erfunden worden …

14-10-27 Feuchtgebiete reloaded

Anfang Juni noch – vor viereinhalb Monaten also – war fest davon auszugehen, dass das durchnässte Mauerwerk über den Hochsommer problemlos austrocknen würde, sofern nur die richtigen Maßnahmen ergriffen würden, um selbiges gegen weitere Feuchtigkeit zu schützen. Die im Folgenden bebilderte aktuelle Situation gestattet zumindest vage Zweifel, inwieweit die genannte Voraussetzung tatsächlich erfüllt wurde …

Vor diesem Hintergrund und angesichts eines Blicks auf den Kalender: im Physikunterricht haben sie weiland mal erzählt, Wasser könne in Kombination mit Frost eine echte Gefahr darstellen – zum Beispiel für das ungeschützte Mauerwerk von Neubauten. Ist allerdings lange her – gilt das heute eigentlich noch …?

14-10-24 Nasse Aussenwaende

Von der wunderbaren “Abdichtung” der Mauerkrone der Brüstung/Dachterrasse hat sich – vermutlich motiviert durch den Sturm der vergangenen Tage – ein zur Befestigung der “Abdeckplane” verwendeter Stein verabschiedet und ist den Gesetzen der Schwerkraft gefolgt; der Einschlag erfolgte sichtbar mittig auf der Abdeckung eines Lichtschachtes, verbeulte diese und führte zudem zu einem Riss im Kunststoffkörper des Lichtschachtes.

Das nennt man dann wohl einen “Kollateralschaden”.

14-10-24 Kaputter Lichtschacht

 

Huch – nun ist uns plötzlich und unerwartet auch noch unser Bauleiter abhandengekommen; was wir zunächst gar nicht bemerkt haben – schließlich haben wir den Herrn im Laufe unserer Bauzeit im Schnitt vielleicht einmal pro Monat gesehen. Heute jedoch erreicht uns eine Nachricht der Massives Bauen GmbH, nach der der Bauleiter ab sofort in Urlaub sei und das Unternehmen zum 01.11.14 verlasse – es stünde uns alsbald ein neuer Bauleiter zur Verfügung.

Der alte jedenfalls war somit lediglich eine Einjahrsfliege; Eintritt ins Unternehmen nach unserer Kenntnis im Oktober 2013 – und nu isser auch schon wieder wech. Für eine Verabschiedung war wohl vor dem Urlaub keine Zeit mehr und auch eine wie auch immer geartete Übergabe findet – zumindest unter Einziehung der Bauherren – nicht statt. Schade, eigentlich.

Denkwürdiger Tag. Heute vor einem Jahr der „Kick-off“ für den Bau; mehr als drei Monate nach der Vertragsunterzeichnung das erste Treffen auf der Baustelle – mit Rohbauer, Tiefbauer und Bauleiter. Von der Massives Bauen GmbH nach weitestgehender Fertigstellung des Rohbaus Mitte Januar genannter Termin für die Hausübergabe: 28. Mai 2014. Der Kalender sagt, dass dieser Termin seit fünf Monaten verstrichen ist. Wir wohnen weiterhin in einer mit vier Personen längst aus allen Nähten platzenden Wohnung zur Miete und tragen mithin seit Monaten eine Doppelbelastung. 

Aktueller Status des Hauses: unverputzter Rohbau mit Dach und Fenstern (allerdings ohne Kellerfenster und Haustüren), teilgespachtelte Gipsdielenwände, Elektro-, Sanitär- und Heizungsrohinstallation, Estrich, Innenputz und Trockenbau – fast alle Gewerke jedoch noch nicht wirklich fertig, allenthalben offene „Restarbeiten“. Unser Sachverständiger hat im Zuge seiner bisherigen Tätigkeit von Anfang Juni bis Anfang Oktober neun Berichte schreiben müssen. Realistischer Hausübergabetermin aus heutiger Sicht: unbekannt. Der bereits am 28. Mai 2014 beschriebene Blindflug hinsichtlich Kündigung unserer Mietwohnung, Terminen für Küchenbauer und sonstige Handwerker usw. dauert auch fünf Monate später unverändert an – und eine Landung ist nicht abzusehen …

Na dann: wohlgemut auf ins zweite Jahr des Hausbaus mit der „Massives Bauen GmbH“ …

Kaum dreieinhalb Monate nach der ersten Aufforderung durch den Sachverständigen (und zwischenzeitlich mehreren Wiederholungen derselben) nimmt sich die Massives Bauen GmbH – nach eigener Aussage allerdings nur “unter Protest” (!) – des Themas “fehlende Sockelabdichtung” an und lässt das Haus wieder aufgraben. Erstaunlicherweise nun doch ohne irgendeinen erkennbaren Zusammenhang zur Anbringung des Außenputzes. Der zweite Teil des “grundsätzlichen” Vorgehens nimmt nun also seinen Lauf; es werden – inkl. mehrfacher Aufforderung zur Nachbesserung durch den Sachverständigen – satte vier Wochen vergehen, bis die Sockelabdichtung endlich ausgeführt und die Baugrube wieder verfüllt ist.

14-10-10 Fehlende Sockelabdichtung

Seit einigen Wochen grünt und blüht unser Garten so richtig auf – zumindest hat es den Anschein, wenn man nicht gar so genau hinschaut …

14-10-10 Muell