Auch von außen betrachtet ist unser Haus zurzeit – man möge die Formulierung verzeihen – ein feuchter (Alb-)Traum. Um nicht zu sagen: ein nasser. Einziger Trost: es ist ja erst Anfang Juni und die WM steht ebenso erst noch bevor wie der Hochsommer. Und in dessen Verlauf sollte ja wohl hoffentlich auch das Mauerwerk austrocknen, sofern nach nun mittlerweile vier Monaten schnellstmöglich die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, um selbiges gegen weitere Feuchtigkeit zu schützen – schließlich regnet’s in Mitteleuropa bekanntlich auch im Sommer gelegentlich. Einen geeigneten Schutz also vorausgesetzt, sollte bei einigermaßen normaler weiterer Wetterentwicklung das Anbringen des Außenputzes im Frühherbst doch sicher kein Problem darstellen. Oder?

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Ein weiterer Punkt des Sachverständigen: die nach DIN erforderliche sog. Sockelabdichtung fehlt. Der Sachverständige weiß vermeintlich auch warum: “Die wurde schlicht und einfach vergessen”. Die Massives Bauen GmbH verweist indes darauf, dass man die Sockelabdichtung “grundsätzlich” erst mit dem Außenputz auf die nach DIN geforderte Höhe ausführe. Aha.

Aus Laiensicht impliziert diese Aussage mithin folgendes “grundsätzliche” Vorgehen: der Keller, bestehend aus Betonelementen, wird in der Baugrube errichtet, sodann wird von außen die sog. Perimeterdämmung aufgeklebt und die Baugrube verfüllt. Der weitere Rohbau inkl. Fenster-/Rollladeneinbau, Außenelektrik usw. folgt. Monate später wird mit dem Außenputz (Vorher? Nachher? Währenddessen kann ja fast nicht sein – da steht rund um das Haus ein Gerüst …) dann das Haus wieder “ausgegraben”, die Perimeterdämmung rund um das Haus ca. 30 cm tief geschnitten und entfernt, werden bereits in das Mauerwerk eingebrachte Elektroinstallationen sowie die verbauten Rolloschienen demontiert, um dann die noch fehlenden ca. 60 cm Abdichtung aufzutragen und hernach die Perimeterdämmung wieder – passend neu zugeschnitten – aufzukleben und auszuschäumen, die Außenelektrik sowie die Rolloschienen zu remontieren und die Grube erneut zu verfüllen.

Na, das klingt ja mal nach einem effizienten Prozess …

Einer von etlichen Punkten des Sachverständigen ist, dass seit Fertigstellung des Rohbaus – also seit Ende Januar 2014 – die sog. „Notabdichtung“ der Dachterrasse fehlt. Konsequenz ist, dass seit nunmehr vier Monaten zum Teil erhebliche Wassermengen auf der Dachterrasse stehen, sich dort bereits Algen (!) bilden und das Wasser sukzessive immer wieder in den Baukörper läuft – und sich dort seinen Weg sucht. So sind die Wände auf allen Ebenen an zahlreichen Stellen großflächig nass (nicht feucht) und stehen große Pfützen sowohl im Obergeschoss als auch im Erdgeschoss und im Keller. Unser Sachverständiger kann gerade noch verhindern, dass die Innenputzer trotz dieses Zustands ihre Arbeit aufnehmen – stattdessen wird auf seinen Hinweis hin nun hektisch die o. g. „Notabdichtung“ ausgeführt und werden Trocknungsgeräte im ganzen Haus aufgestellt, die wochenlang laufen und die Feuchtigkeit aus dem Baukörper ziehen müssen.

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Seit heute begleitet unser Bauvorhaben mit der Massives Bauen GmbH ein „Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Sachgebiet ‚Schäden an Gebäuden‘“. Aus gegebenem Anlass. Der erste Bericht des Sachverständigen umfasst 24 Seiten.