Ein Provisorium ist ein Provisorium ist ein Provisorium. Nach Fertigstellung des Rohbaus Ende Januar 2014 dauerte es bis zum ersten Wasserschaden im Juni, ehe die Dachterrasse endlich mit einem ersten Provisorium versehen wurde. Dass diese Abdichtung tatsächlich nur ein Provisorium war, zeigte bereits weiter eindringendes Wasser ab Juli, spätestens dann jedoch der zweite massive Wasserschaden Ende Oktober, dem wiederum mit einem neuerlichen Provisorium begegnet wurde.

Auch dieses Provisorium wartet nun schon wieder fast zwei Monate darauf, in eine endgültige (dann hoffentlich wirklich dichte) Lösung überführt zu werden. Dass dem Not tut, lässt sich auch für einen Laien beim Anblick der Fassade unterhalb der Dachterrasse unschwer erkennen:

14-12-21 Die Waende werden wieder nasser

 

Den Sachverständigen wundert dies nicht, denn er weist erneut darauf hin, dass die Dichtungsmaßnahmen – wenn auch provisorisch – mangelhaft seien; dies stelle keine neue Erkenntnis dar und würde den Zustand des Baukörpers nicht besser werden lassen. Entsprechend müsse die Situation dauerhaft abgestellt werden.

Klingt plausibel. Entsprechend fordern wir Massives Bauen zum sprichwörtlich x-ten Mal auf, endlich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um eine dauerhafte Abdichtung der Dachterrasse herzustellen und weitergehenden Schaden vom Baukörper abzuwenden. Bedauerlicherweise geht die Massives Bauen GmbH auf unser Ansinnen nicht ein, stellt uns aber immerhin anheim: „Es bleibt Ihnen aber überlassen, die Ziegelfassade zu schützen sofern Sie das wünschen.“

Na dann: Frohe Weihnachten.

Nun hätten wir es also auch schriftlich. Unser Haus ist an vielen Stellen innen wie außen großflächig „patschnass“. Sagt wörtlich der mittlerweile 10. (in Worten: zehnte) Bericht unseres öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Sachgebiet “Schäden an Gebäuden”, der die Gegebenheiten während eines Ortstermins vom gestrigen Tag dokumentiert. Vieles, was in diesem zu lesen steht, hält sich hartnäckig seit dem ersten Bericht Anfang Juni – will heißen: seit nunmehr fast fünf Monaten. So z. B. die Themen „Fehlende/funktionslose Mauerkronenabdeckung“ oder „Undichter Türschwellenanschluss“. Ein echter Dauerbrenner auch die Frage nach der Schlagregendichtheit der Fensteranschlüsse, da Wasser „langzeitig schädigend“ in das Bauwerk ein- bzw. dieses durchdringt – bis in den Innenbereich. Thematisiert wird zudem die sehr kreative Entwässerung der Dachterrasse in die Außenwände.

Der „patschnasse“ Zustand lässt sich im Übrigen mit Hilfe einer Trendmessung auch objektivieren. Von trockenen Wänden würde man in diesem Zusammenhang bei einem Messergebnis in der Größenordnung von ca. 25 bis 40 Digits (Maßeinheit) sprechen; unsere Wände werden mit bis zu 135 (außen) bzw. 150 Digits (innen) gemessen …

In der Konsequenz folgert der Sachverständige, dass an einen weiteren Innenausbau – insbesondere feuchteempfindlicher Bauteile – derzeitig nicht zu denken ist und dass bereits eingebaute feuchteempfindliche Bauteile wie Gipskartonplatten oder Gipsdielenwände schon jetzt geschädigt werden. Leider scheint auch unsere vage Erinnerung an die physikalischen Gesetzmäßigkeiten nicht zu trügen: wenn weiterhin Wasser in den Baukörper eindringt, ist demnächst mit Frostschäden zu rechnen. Vor diesem Hintergrund nimmt es kaum Wunder, dass der Außenputz wohl erst sinnvoll aufgebracht werden kann, wenn ausreichend und gleichmäßig trockene Verhältnisse im Mauerwerk herrschen – vermutlich also erst im Frühjahr 2015. Hallelujah.

Die im Juni aufgebrachte „Notabdichtung“ der Dachterrasse wie auch die der Mauerkrone der Brüstung der Dachterrasse waren offensichtlich mehr „Not“ als „Abdichtung“. Entsprechend hatten wir schon im Juli wieder einen ersten Wasserfleck im Obergeschoss (Ausdehnung ca. 2 Meter), im September dann einen weiteren etwa gleicher Ausdehnung im Erdgeschoss; weitere Wassereintritte/Flecken auf allen drei Ebenen folgten.

Wir haben uns angesichts dieser ganz offensichtlich immer prekärer werdenden Situation sprichwörtlich den Mund fusselig geredet und die Finger wundgeschrieben, dass endlich etwas gegen das permanent in den Baukörper eindringende und denselben schädigende Wasser unternommen und die „Notabdichtung“ in eine fachgerecht ausgeführte reguläre Abdichtung überführt werden solle – jeweils unterstützt durch die entsprechenden Aufforderungen unseres Sachverständigen. Passiert ist: nichts. Noch am 24. September erhielten wir eine E-Mail, in der konstatiert wurde: “Wir wissen nicht, wann die endgültige Abdichtung erfolgt”. Diese Aussage lassen wir jetzt einfach mal so stehen.

Jedenfalls: Gestern, am 27. Oktober 2014, ist nun endlich eine Firma vor Ort gewesen, die zunächst die „Notabdichtung“ ausbessert und zumindest ein etwas ordentlicheres Provisorium herstellt, auf das wir nun seit Fertigstellung des Rohbaus Anfang Februar geschlagene neun Monate lang warten mussten. Allerdings wurden bei dieser Gelegenheit große Teile des Wassers, die wieder einmal auf der Dachterrasse standen, nicht etwa vom Gebäude weg, sondern – man mag es kaum glauben – frei in die Außenwände entwässert … Unfassbar. Es ist schlicht und einfach deprimierend.

Aktueller und vor dem skizzierten Hintergrund kaum überraschender Status: wir haben mittlerweile an 16 (in Worten: sechzehn) Stellen, verteilt über alle drei Ebenen des Hauses, Wasser im Baukörper: der Innenputz ist an mehreren Stellen großflächig nass, das Wasser läuft unter (!) dem Estrich entlang und tropft durch die Lampenauslässe in das jeweils darunter liegende Stockwerk, rinnt am Kamin sowie außen an innenliegenden Entwässerungsrohren hinunter, bildet Pfützen auf dem Estrich usw. Beste Voraussetzungen also, die eigentlich längst überfälligen Gewerke wie Außenputz, Malerarbeiten oder Parkettverlegung erneut zurückzustellen; die über Wochen herrschenden “perfekten Bedingungen” hätten sich damit also erledigt – schlimmer noch: ins Gegenteil verkehrt. Für Situationen wie diese sind wohl Redewendungen à la „So unnötig wie ein Kropf“ erfunden worden …

14-10-27 Feuchtgebiete reloaded

Kaum dreieinhalb Monate nach der ersten Aufforderung durch den Sachverständigen (und zwischenzeitlich mehreren Wiederholungen derselben) nimmt sich die Massives Bauen GmbH – nach eigener Aussage allerdings nur “unter Protest” (!) – des Themas “fehlende Sockelabdichtung” an und lässt das Haus wieder aufgraben. Erstaunlicherweise nun doch ohne irgendeinen erkennbaren Zusammenhang zur Anbringung des Außenputzes. Der zweite Teil des “grundsätzlichen” Vorgehens nimmt nun also seinen Lauf; es werden – inkl. mehrfacher Aufforderung zur Nachbesserung durch den Sachverständigen – satte vier Wochen vergehen, bis die Sockelabdichtung endlich ausgeführt und die Baugrube wieder verfüllt ist.

14-10-10 Fehlende Sockelabdichtung

Bereits in seinem ersten Vermerk Anfang Juni hatte der Sachverständige festgestellt, dass durch die seit Erstellung im Januar ungeschützte Mauerkrone der Brüstung der Dachterrasse seit Monaten “ungehindert und schädigend” Wasser in den Baukörper eindringt – und hatte entsprechend eine effektive Abdichtung der Mauerkrone gegen Niederschlag gefordert.

Auch nach mittlerweile dreieinhalb Monaten lässt sich sicherlich trefflich streiten, inwieweit die daraufhin gewählte Art der Abdichtung wohl dem Sinn der genannten Forderung genügt …

14-09-16 Schutz Bruestung DT

Ein weiterer Punkt des Sachverständigen: die nach DIN erforderliche sog. Sockelabdichtung fehlt. Der Sachverständige weiß vermeintlich auch warum: “Die wurde schlicht und einfach vergessen”. Die Massives Bauen GmbH verweist indes darauf, dass man die Sockelabdichtung “grundsätzlich” erst mit dem Außenputz auf die nach DIN geforderte Höhe ausführe. Aha.

Aus Laiensicht impliziert diese Aussage mithin folgendes “grundsätzliche” Vorgehen: der Keller, bestehend aus Betonelementen, wird in der Baugrube errichtet, sodann wird von außen die sog. Perimeterdämmung aufgeklebt und die Baugrube verfüllt. Der weitere Rohbau inkl. Fenster-/Rollladeneinbau, Außenelektrik usw. folgt. Monate später wird mit dem Außenputz (Vorher? Nachher? Währenddessen kann ja fast nicht sein – da steht rund um das Haus ein Gerüst …) dann das Haus wieder “ausgegraben”, die Perimeterdämmung rund um das Haus ca. 30 cm tief geschnitten und entfernt, werden bereits in das Mauerwerk eingebrachte Elektroinstallationen sowie die verbauten Rolloschienen demontiert, um dann die noch fehlenden ca. 60 cm Abdichtung aufzutragen und hernach die Perimeterdämmung wieder – passend neu zugeschnitten – aufzukleben und auszuschäumen, die Außenelektrik sowie die Rolloschienen zu remontieren und die Grube erneut zu verfüllen.

Na, das klingt ja mal nach einem effizienten Prozess …

Einer von etlichen Punkten des Sachverständigen ist, dass seit Fertigstellung des Rohbaus – also seit Ende Januar 2014 – die sog. „Notabdichtung“ der Dachterrasse fehlt. Konsequenz ist, dass seit nunmehr vier Monaten zum Teil erhebliche Wassermengen auf der Dachterrasse stehen, sich dort bereits Algen (!) bilden und das Wasser sukzessive immer wieder in den Baukörper läuft – und sich dort seinen Weg sucht. So sind die Wände auf allen Ebenen an zahlreichen Stellen großflächig nass (nicht feucht) und stehen große Pfützen sowohl im Obergeschoss als auch im Erdgeschoss und im Keller. Unser Sachverständiger kann gerade noch verhindern, dass die Innenputzer trotz dieses Zustands ihre Arbeit aufnehmen – stattdessen wird auf seinen Hinweis hin nun hektisch die o. g. „Notabdichtung“ ausgeführt und werden Trocknungsgeräte im ganzen Haus aufgestellt, die wochenlang laufen und die Feuchtigkeit aus dem Baukörper ziehen müssen.

14-06-01 Feuchtgebiete OG

14-06-01 Feuchtgebiete DT

 

Seit heute begleitet unser Bauvorhaben mit der Massives Bauen GmbH ein „Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Sachgebiet ‚Schäden an Gebäuden‘“. Aus gegebenem Anlass. Der erste Bericht des Sachverständigen umfasst 24 Seiten.