Heute „feiern“ wir ein Jahr Hausbau mit der Massives Bauen GmbH. Präziser: seit genau einem Jahr haben wir einen Vertrag über die „Errichtung eines Massivhauses“ mit der Massives Bauen GmbH. Anlass genug, ein zimmerwarmes Wässerchen zu öffnen. Ohne Kohlensäure, versteht sich.

Was hätte man an jenem sonnigen und überaus warmen 17. Juli 2013 alternativ machen können? Das Internet erinnert u. a. an

  • das Testspiel des Glubbs (seinerzeit noch unter Trainer Michael Wiesinger!) gegen die nach eigenem Bekunden große B’russia im Sportpark des ASV Grassau (0:3),
  • das Institutskolloquium Kulturgeographie an der FAU,
  • das Konzert von „Spitzbua Markus“ in Faak am See sowie an
  • die Sprechstunde des Kleingärtnervereins Nürnberg.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Oder: nachher ist man immer schlauer …

Im Lichte unseres gestern geäußerten Wunsches bzgl. einer professionellen und hoffentlich für uns als zahlende Kunden entspannten und schiedlich-friedlichen Abwicklung unseres Bauvorhabens werfen wir noch einmal einen vertieften Blick auf die Website der Massives Bauen GmbH – wenn die dieser zu entnehmenden Beschreibungen der eigenen Philosophie, Herangehensweise sowie des Kunden- und Leistungsverständnisses auch nur ansatzweise in die Realität umgesetzt werden, sollten wir der anstehenden Bauzeit ja doch wohl sehr zuversichtlich entgegensehen dürfen; zu lesen steht dort (Stand: 18.07.13) u. a. …

  • „Seriosität, Zuverlässigkeit und Kompetenz sind der Preis für Vertrauen und Akzeptanz bei den Kunden und den ausführenden Firmen.“
  • „Verpflichtung dem Laien den Traum von den eigenen vier Wänden stilsicher, solide, modern und möglichst preiswert zu realisieren“
  • „Entscheidend für Erfolg ist das Verständnis einer kooperativen Zusammenarbeit mit den Kunden und den am Bau beteiligten Firmen. Dies ist Firmenphilosophie.
  • „elementare Bedeutung einer umfassenden Baubetreuung und Kontrolle. Nur so wird Schaden vermieden!“
  • „Am Bau arbeiten Menschen; deswegen läuft auch mal etwas nicht ganz rund. Wir informieren Sie schnell über alles, was wir dagegen unternehmen. Dass da ja nichts übersehen wird“
  • „Wir könnten vor jedem unserer Häuser „Haus des Monats“ schreiben, denn wir kalkulieren jedes Projekt so knapp wie möglich.“
  • „Jedes Angebot ist immer direkt auf das Bauvorhaben zugeschnitten und kennt keine teueren ‚Sonderwünsche‘.“
  • „es soll nicht am falschen Platz gespart werden.“
  • „Baubegleitung, Bauleitung, Finanzierung: Bestandteile eines Full Services“
  • „Wir blicken über den Tellerrand hinaus und beraten universell umfassend.“
  • „Unsere Handwerksfirmen kommen aus der Region. Darunter verstehen wir nicht „Europäisches Ausland“. Selbstverständlich ist eine dauerhafte Vertragsbindung Voraussetzung einen vernünftigen, sicheren Preis zu vereinbaren.“
  • „Terminsicherheit mit garantierter Bauzeit.“
  • „Dadurch erreichen wir jetzt immer den förderbaren Effizienz 70 Standard der KfW.-Bank.“
  • „Wer sich an den Bebauungsplan zu 100% hält, kann in Bayern bei der Baugenehmigung mit einem so genannten Freistellungsverfahren rechnen“
  • „So entsteht Ihr Haus stets Stein auf Stein. Erstellt von erfahrenen Bauleitern in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten, kompetenten, ortsnahen Handwerkern. Sub-Sub-Lösungen lehnen wir ab. Massives Bauen setzt auf bewährte, langfristige Partnerschaften“
  • „Nicht zuletzt sind unsere Bilanzen und unsere Schufa hervorragend.“
  • „Die wichtigste Werbung ist der zufriedene Kunde.“

Wow. Das klingt unter objektiven Maßstäben ja alles geradezu phantastisch. Will aber auch heißen: die Latte liegt hoch. Aber wer sie derart hoch legt hat sicher auch das Selbstbewusstsein, sich an diesen Vorgaben messen zu lassen. Zumal die Massives Bauen GmbH auf ihrer Website befindet: „Das Internet […] ist eine vernünftige Basis sich einem breiten interessierten Publikum an zu dienen.“

Also nutzen wir dasselbe, um im weiteren Verlauf unseres Bauvorhabens mit der Massives Bauen GmbH von Zeit zu Zeit eine Bestandsaufnahme zu machen, inwieweit unser gestern geäußerter Wunsch in Erfüllung geht; vor dem Hintergrund der oben zitierten Aussagen erscheint es legitim, als Kunde doch so Einiges zu erhoffen.

Heute also Unterzeichnung des Vertrags über die „Errichtung eines Massivhauses“ mit der Massives Bauen GmbH. Hätte man sich nach den Akquisebemühungen des Vertragspartners im Vorfeld ggf. etwas erhebender vorgestellt – ist schließlich mutmaßlich der i.d.R. wertvollste und folgenreichste Vertrag, den man als Privatperson in seinem Leben abschließen kann. Also gut, die Hochzeit mal ausgenommen.

Jedenfalls: kein Sektchen, kein Blumenstrauß, wie man es mittlerweile sogar aus Anlass des Erwerbs eines Kompaktklasse-Neuwagens gewohnt ist; stattdessen lediglich noch mal ein zügiger Drüberflug über den Vertrag und dann – `rauf mit dem Servus. Na denn …

Das (notgedrungen selbst finanzierte) Schaumweinchen französischer Provenienz gönnen wir uns hernach freilich trotzdem. Auf einen hoffentlich guten, reibungslosen und harmonischen Ablauf des Bauvorhabens – das haben wir dem Vertriebler extra nochmals mit auf den Weg gegeben: wir sind einzig an einer professionellen und hoffentlich für uns entspannten und schiedlich-friedlichen Abwicklung des Projekts interessiert und werden alles uns Mögliche dazu beitragen; bitte, bitte, bitte also keine Zwistigkeiten und Dramen, wie sie als latente Drohgebärde für den Häuslebauer in spe fast schon allabendlich an den bunten VOX- und RTL-II-Fernsehhimmel gemalt werden – wir möchten jetzt erst mal Kind 2 hoffentlich gesund zur Welt bringen und dann mit diesem und Kind 1 in einem halben oder vielleicht auch erst einem dreiviertel Jahr in unser dann hoffentlich fertiges und gerne auch schmuckes Eigenheim einziehen.

Wir hoffen, die Massives Bauen GmbH trägt wie versprochen ihren Teil dazu bei, dass dieser bescheidene Wunsch in Erfüllung geht. Wie schreiben das Unternehmen doch so schön auf seiner Website: „Wir sind uns trotz aller Routine bewusst, dass das Bauen einen Lebensabschnitt beginnen lässt und große Erwartungen an unsere Leistung gesetzt wird – unabhängig von Äußerlichkeiten. Das leisten wir und es erfüllt uns mit Stolz.“ Na dann.

Die Entscheidung ist so gut wie gefallen. Am Ende des Tages wird es wohl eher nicht auf einen der üblichen Verdächtigen der Metropolregion Nürnberg hinauslaufen, sondern voraussichtlich eher auf ein kleineres, regional ansässiges Unternehmen:

Massives Bauen GmbH

Die Massives Bauen GmbH versteht sich als „Baubetreuer“, hat ihren Firmensitz in Herzogenaurach und unterhält ein Verkaufsbüro in Bamberg. „Baubetreuer“ heißt: der Bauherr als Auftraggeber liefert das Grundstück, das Unternehmen als Auftragnehmer plant, koordiniert und wickelt das Bauvorhaben als Generalübernehmer ab, wobei regionale Handwerksbetriebe als Subunternehmer für die operative Umsetzung eingesetzt werden.

In unserem Falle wird der Auftragnehmer die o. g. Planungsleistung in lediglich homöopathischem Umfang erbringen müssen, da wir zwischenzeitlich bereits sehr konkrete Vorstellungen/Anforderungen für unser Bauprojekt und diese auch schon graphisch zu Papier gebracht haben. Letztlich geht es also um eher marginale Verfeinerungen und insbesondere darum, die Pläne statisch absichern zu lassen, sie – zum Zwecke der Eingabe- und Werkplanung – in eine professionelle Notation zu überführen und sie – im Sinne einer anschaulicheren Entscheidungsgrundlage für die letztliche Freigabe – visualisieren zu lassen.

Die beiden letztgenannten Punkte werden – so wird es uns kommuniziert – im Zuge der Akquisephase direkt durch den Vertriebler der Massives Bauen GmbH umgesetzt; der Geschäftsführer – und in Personalunion Architekt – des Unternehmens bleibt in diesem Zusammenhang weitgehend im Hintergrund, zeichnet jedoch mit Stempel und Unterschrift die auf Basis unserer Initialpläne und Anforderungen erstellten Entwürfe ab. Der Vertriebler – ein junger Wirtschaftsingenieur, der sich offensichtlich seine ersten Sporen verdient – agiert freundlich und beflissen und bemüht sich um eine jeweils zeitnahe Beantwortung unserer Fragen sowie um die Kalkulation möglicher Angebotsalternativen.

Zu den aus unserer Sicht ausschlaggebenden Überlegungen für die Beauftragung eines Generalübernehmers: mit einem Festpreis für den Hausbau hat man zumindest eine einigermaßen solide Kalkulationsgrundlage (respektive meint man diese zu haben …) und – angesichts der eigenen, zeitlich nur sehr knapp bemessenen Ressourcen und der gegebenen familiären Situation fast ebenso wichtig – der Bauträger/-betreuer übernimmt als “Kümmerer” die Feinplanung, die Akquise, Einplanung, Koordination und Steuerung der Handwerker und garantiert vermeintlich – im Sinne eines vernünftigen Projektmanagements – einen weitestgehend reibungslosen und ressourcenschonenden Ablauf des Gesamtvorhabens. Den Bauherren sollte in diesem Szenario eigentlich „lediglich“ die Rolle eines Zulieferers von Informationen bzw. Anforderungen sowie die eines fallweisen Entscheiders zukommen – freilich jeweils fachlich, sachlich und mit allen entscheidungsrelevanten Informationen durch den Bauträger/-betreuer unterstützt und transparent sowie mit ausreichenden Einscheidungs- bzw. Handlungsfristen in den Ablauf eingebunden. Soweit zumindest zur Theorie.

Inwieweit sich diese unsere Ideen, Vorstellungen und Hoffnungen in der Realität bewähren und insbesondere inwieweit unsere Entscheidung für die Massives Bauen GmbH eine gute war, wird die Zukunft zeigen. Wir hoffen das Beste – viel mehr werden wir ab Vertragsunterschrift nicht tun können.